PAD – Bericht von Mahmoud Wasfy aus der 11a


Was ist eigentlich das PAD? Das PAD, der Pädagogische Austauschdienst der Kulturministerkonferenz, führt jedes Jahr ein Programm durch, bei dem Schüler aus rund 90 Staaten zu einem vierwöchigen Stipendienaufenthalt nach Deutschland eingeladen werden. Die Teilnahme am PAD ist eine der besten Erfahrungen, die ich in meinem ganzen Leben gemacht habe. Die Reise war nicht nur geschichtsinformativ und kulturreich, sondern bot mir auch eine der wenigen Gelegenheiten, Menschen aus anderen verschiedenen Ländern treffen zu können. Meine Gruppe bestand aus Schülern aus Rumänien, Bulgarien, Japan, Senegal und Gabun. Und obwohl wir so verschieden waren, hatten wir uns schnell aneinander gewöhnt und verstanden uns immer gut.
 
Die Reise bestand aus vier Stationen: Köln, Neustadt an der Weinstraße, Berlin und München. In Köln sollten alle Schüler aus dem gleichen Land an einem sogenannten ,,Internationalen Abend'' ihr Land vorstellen. Die anderen ägyptischen Schüler und ich wollten unser Land so darstellen, dass alle jetzt glauben würden, sie wären in Ägypten. Also stellten wir unser Land mit lustigen Fakten vor und spielten die Fakten so vor, als ob das jetzt wirklich in Ägypten passieren würde. Einige Beispiele waren: Ungefähr 40% der Fläche jedes ägyptischen Hauses bleibt stets leer und unantastbar und wird nur im Fall eines Gästebesuchs betreten. Dieses mysteriöse Zimmer nennt man „Salon“. Ein anderes Beispiel: Kioske in Ägypten haben niemals Kleingeld, deswegen entwickelten sie die Regel, kleine Kaugummis als „Kleingeldwährung“ zu benutzen.
In Neustadt waren alle in Gastfamilien untergebracht. Meine Gastfamilie war hilfsbereit, fürsorglich, gastfreundlich und ziemlich nett. Ich fühlte mich ganz schnell wie ein Familienmitglied, das ganz normal einen deutschen Alltag zuerst erlebt und dann später auch an ihm teilnimmt. Aktivitäten wie Grillen, Achterbahnfahren und vieles mit meiner Gastschwester waren ziemlich amüsant und lustig, wobei ihre Freunde mich mit ihren Fragen wie zum Beispiel ,,Badet ihr eigentlich im Nil?“ oder ,,Geht ihr mit dem Kamel zur Schule?“ zum Lachen gebracht haben.
 
 
Die Reise fuhr fort nach Berlin. Berlin war wirklich eine kulturelle und interessante Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Und weil wir fast alle Museen in Berlin besucht haben, kann fast jeder von uns die Geschichte Berlins (vor allem die der Berliner Mauer) auswendig. In Berlin aßen wir nicht nur Deutsch, sondern auch Venezolanisch, Romänisch, Japanisch und sogar auch Arabisch.
In München gab es auch viele Rundführungen in der Stadt sowie die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten. Nach dem PAD sehe ich Deutschland ganz anders. Dank des PADs kenne ich den typischen deutschen Alltag, die deutsche Geschichte, die deutsche aber auch andere Kulturen und die Deutschen selbst.
 
 
Ich hätte niemals in meinem Leben gedacht, dass ich mich mit Menschen aus sowohl Mittelafrika als auch Westasien sowie Mitteleuropäern anfreunden könnte. Das PAD hat uns nicht gezwungen, miteinander Zeit zu verbringen, sondern uns die Gelegenheit gegeben, uns zu einer festen Bande und sogar zu einer Familie zu verbünden.
Mahmoud Wasfy - 11a
 

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