„Model United Nations“ in Istanbul


Vom 31. August bis zum 5. September 2015 durfte ich an der „Model United Nations“, eine Simulation der Vereinten Nationen, in Istanbul teilnehmen. Im folgenden Bericht werde ich von meinen Erfahrungen und Eindrücken erzählen.

Die Konferenz, die dazu dient Jugendliche im Alter von 14 und 24 Jahren mehr für politische Themen zu begeistern, fand in der “Istanbul Erkek Lisesi” statt, einer historischen Hochschule, die 1882 gegründet wurde und die zweitbeste in der Türkei ist. Obwohl es eine staatliche Schule ist, gibt es dort das deutsche, englische und türkische System.

Bei der „Model United Nations“ gab es eine große Generalversammlung, einen Sicherheitsrat und mehrere Untergremien zu Themen wie Menschenrechte, Frauenrechte, Wirtschaft, Entkolonialisierung, usw.  Meine Aufgabe war es, das Königreich Saudi-Arabien im Menschenrechtsrat zu repräsentieren. Dies schien keine gute Position zu sein. Außerdem ist meine Ausgangslage mit der Einführung der Themen “Todesstrafe und Folter im 21. Jahrhundert” und “Die Ausbeutung von Arbeitsemigranten aus China und Südostasien” schlechter geworden. Meine Aufgabe war es, die übrigen Staaten von den Vorstellungen Saudi Arabiens zu überzeugen, und bestenfalls einen Kompromiss zu schließen.


 


Am 28. August, kurz vor 1:00 Uhr morgens, ging es mit der Reise von Alexandria nach Istanbul los. Vor Beginn der Konferenz durfte ich mir Istanbul, eine sehr interessante und kutlurreiche Stadt, drei Tage lang ansehen.





Pünktlich um 10:00 Uhr morgens am 31. August ging die Konferenz los. Vorab erläuterte man uns die Regeln und den Ablauf der Konferenz. Im Anschluss fuhren wir zu einer Universität im Westen Istanbuls, wo die Eröffnungsfeier stattfand. Wie bei allen anderen Feiern und Pausen einer Konferenz war das Essen äußerst lecker und das Gestaltung sehr gut.



Am nächsten Tag ging es mit dem ersten Thema los. Die erste allgemeine Debatte über die Todesstrafe dauerte von 10:00 bis 19:00 Uhr. Ich habe es nicht geschafft, die westlichen Länder zu einem Kompromiss zu bringen. Ich habe in dieser Zeit mehrere kurze Reden gehalten, welche sich die Argumente für die Todesstrafe fokussierten. Auch nach den offiziellen Konferenzen bildeten wir Koalitionen und stellten Resolutionsentwürfe her. Ich fing mit der Koalition mit den arabischen und muslimischen Ländern an und schrieb einen Resolutionsentwurf. Nach der vielen Arbeit ging dann um 22:00 Uhr die Boat Party los, wo wir bis kurz vor 1:00 Uhr morgens getanzt und gegessen haben, während wir kreuz und quer über den Bosporus segelten.


Am Mittwoch stellten wir unsere Resolutionsentwürfe vor. Mein Entwurf sowie der des Delegierten der Niederlande wurde vom Generalsekretär akzeptiert. Am Ende des Tages und nach mehr als 20 Änderungen zu jedem Entwurf waren die Resolutionen fertig und konnten der Generalversammlung vorgestellt werden.

Am Donnerstag hielt der Menschenrechtsrat eine Sitzung zusammen mit der Generalversammlung und die Autoren der Resolutionsentwürfe durften ihre Beschlüsse vorstellen. Ich durfte eine Rede vor 250 Leute halten, allerdings fand meine Resolution keinen Zuspruch. Wir haben dann eine neue Sitzung im Menschenrechtsrat einberufen.
Der Tag endete mit einem Abschlussball und köstlichen türkischen Speisen.



An unserem letzten Tag, dem Freitag hatten wir sehr viel Zeit durch verlängerte Pausen verschwendet, sodass wir das Thema “Arbeitsmigranten aus China und Südostasien” nicht abschließen konnten. Dies hatte aber auch etwas Gutes für mich, da die Position von Saudi Arabien diesbezüglich sehr negativ war. Die Konferenz endete mit einer Abschlussfeier, an der wir einen wunderschönen Panoramablick über Istanbul hatten.

Am Samstag ging es dann zurück nach Kairo und am Sonntag auch wieder zurück in die Schule :(

Abdelrahim Abdallah, Klasse 10b


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