Ausflug zur Sekem-Farm, Klasse 5b


Am letzten Mittwoch vor den Osterferien machten meine Klasse und ich einen Ausflug (eine Exkursion) zur Sekem-Farm. Sekem ist eine sehr bekannte Farm, denn dort wird ökologische Landwirtschaft betrieben, das heißt, alles wird auf natürlichem Weg gemacht.

Am Tag des Ausflugs fuhren wir mit dem Bus eineinhalb Stunden lang dorthin. Während der Fahrt kamen wir am Flughafen vorbei. Dann fuhren wir weiter auf der Ismailia Straße. Viele Autos und Transporter begegneten uns. Ein Laster fiel uns besonders auf. Es war ein Transporter, auf dem „Hamburg-Süd“ stand. Nachdem wir in westlicher Richtung unterwegs waren, bogen wir nordöstlich ab. Hatten wir anfänglich viel Wüste gesehen, begrüßten uns jetzt Orangen-, Bananen- und Olivenbäume.
Als wir auf der Farm ankamen, wurden wir herzlich willkommen geheißen. Zuerst durften wir Gras und Klee pflücken, um die Kühe zu füttern. Wir gingen zuerst zu den Kuhställen. Dort wurden die Tiere artgerecht gehalten, das bedeutet, dass ihre Bedürfnisse beachtet werden. Die Kühe hatten viel Licht und Platz und richtiges, gesundes Futter. Obwohl die Tiere schon gehäckseltes Stroh fraßen, freuten sie sich über das Grünfutter und leckten unsere Hände. Das war sehr lustig. Die Kühe sahen kräftig und gesund aus, weil sie nur Futter aus dem eigenen Anbau bekommen.

Auf der Sekem-Farm werden die Felder herkömmlich bepflanzt, so wie es früher gemacht wurde. Um zu verhindern, dass die Bodenfruchtbarkeit herabsinkt, baut man auf einem Feld verschiedene Früchte an (z.B. Weizen, Mais, Gerste und Hafer) und wechselt dann in den nächsten Jahren die Position immer wieder. So erhält jede Pflanze die Nährstoffe, die sie braucht und kein künstlicher Dünger muss eingesetzt werden, außer dem natürlichen Dünger, den die Farm selber produziert.

Nach den Kühen besuchten wir die Schafe. Dort schauten wir uns wieder intensiv die Tiere an und hörten ihrer lauten Blökerei zu. Dann ging es weiter zu den kleinen Kälbern, die wir streicheln konnten. Nachher besuchten wir die Melkstation. Hier durften wir die Kühe melken. Das war eine interessante Erfahrung! Die Kuhmilch aus dem Euter war dünnflüssig und warm. Beim Melken mussten wir das Euter schonend anfassen. Das hat uns allen Spaß gemacht.

Schließlich ging es zu einem Raum, in dem ein Berg von Baumwollsamen lag. Unsere Sekem-Leiterin erklärte uns hier, was man alles über Baumwolle und Baumwollsamen wissen sollte. Sie schilderte uns auch, wie aus Baumwollsamen Öl hergestellt wird. Zuerst werden die Samen in einer Maschine gepresst, dadurch tritt das Öl aus den Samen. Der Rückstand heißt Baumwollkuchen. Er enthält einen kräftigen Wirkstoff, der „Alaf“ heißt.
Später spazierten wir in der Farm herum, bis wir zu einer Fabrik kamen. In dieser Fabrik wird das Obst der Bauern von ganz Ägypten gesammelt, gereinigt und verteilt. Ein großer Teil der Produkte geht auch nach Europa und Amerika. Auf unserem Spaziergang haben wir auch einige Taubenhäuser gesehen. Außerdem erklärte uns die Sekem-Leiterin, wie aus trockenen Palmennetzen Besen und Körbe für Obst gemacht werden.
Auf den Feldern sahen wir auch Abu Irdan, einen weißen Vogel mit langem, orangefarbenem, spitzem Schnabel. Dieser Vogel wird in Ägypten „der Freund der Bauern“ genannt, denn er hilft den Bauern, das Feld insektenfrei zu halten. So brauchen die Bauern keine schädlichen und krankmachenden Pestizide einzusetzen.

Interessant waren auch die Guavenbäume, weil sie eine große und rundliche Form haben. Wir gingen dann zu einer Plantage. Dort sahen wir einen Baum namens Kasuarine, der von Australien nach Ägypten gekommen ist. Natürlich sahen und pflückten wir Kamille. Es gab auch andere Kräuter, wie zum Beispiel Dill, Petersilie und Melisse, viele Sträucher wie zum Beispiel Hibiskus und Tamarisk.
Aus allen Früchten werden auf der Farm Tees und Medikamente hergestellt. Auch die Milchprodukte der Farm und das Fleisch aus der Tiermast sind sehr beliebt, denn das Tolle an der Sekem-Farm ist, dass alles auf biologischem Anbau und biologischer Haltung beruht und keine Chemikalien benutzt werden.
Zum Schluss machten wir ein Picknick und nahmen selbstbepflanzte Blumentöpfe mit nach Hause. Der Tag auf der Farm hat uns allen sehr gut gefallen, denn wir haben viel gelernt und hatten noch dazu Spaß.
Mahmoud
Klasse 5b




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